Mayer

Günzburger Zeitung vom 03.Mai 2010

Frische Ware direkt vom Bauern

Günzburg Lebensmittel gibt es solche und solche. Die ihrem Wesen nach ungenießbare Päckchensuppe firmiert - seltsam genug - ebenso als Lebensmittel wie Frisches vom Bauern. Neue Wege mit Frischeprodukten gehen seit einigen Tagen zwei Günzburger Geschäfte - Milch Mayer in Reisensburg und Fabers Hofladen in Denzingen.


Die beiden Läden gehören zu den Abnehmern der Produkte des Albhofs in Lauterstein, gelegen zwischen Heidenheim und Göppingen. Mayer und Faber sind bislang die einzigen Geschäfte in der Region, die Milch, Milchprodukte und Käse direkt von diesem württembergischen Bauernhof beziehen.

Landwirte unterstützen“

„Wir wollen frische Produkte aus der Region, und wir wollen direkt vermarktende Landwirte unterstützen“, erklären übereinstimmend Silvia Mayer und Ingrid Faber. Milch, Joghurt, Quark oder Butter vom Albhof seien nicht teurer als andere dieser Produkte.

„Das Preisleistungsverhältnis stimmt“, betont Silvia Mayer. Besonders jüngere Kunden interessierten sich für die frischen Produkte. „Die erste Lieferung am vorigen Dienstag war schon am Nachmittag verkauft“, erzählt die Juniorchefin von Milch Mayer in Reisensburg.

Vor allem als die Milchbauern um höhere Milchpreise kämpften, sei immer wieder von Kunden angefragt worden, ob es nicht Produkte von direkt vermarktenden Landwirten zu kaufen gebe, erklärt Seniorchefin Elisabeth Mayer.

Auch bei Faber in Denzingen kommen immer dienstags und freitags die Lieferungen vom Albhof an. Ingrid Faber weist ebenfalls darauf hin, dass Albhof-Produkte nicht teurer sind. Ein bisschen bedauert sie, dass sich auch der württembergische Landwirt „dem Markt anpassen“ musste. Früher gab es Milch in Flaschen und Joghurt im Glas, jetzt werden sie in Tetrapak oder Bechern geliefert.

Trotzdem: „Wir wollen den Kunden eine Nische bieten und die Landwirte unterstützen“, sagt Ingrid Faber. Denn angesichts der geringen Milchpreise kämpften viele Bauern ums Überleben.

Der Albhof, so erläutert Sonja Freihalter, deren Bruder Theo Schömbucher den Hof führt, hatte schon 1993 mit der Direktvermarktung von Vorzugsmilch begonnen. 1998 kamen weitere Produkte - etwa Joghurt, Quark, Sahne und um die 20 verschiedene Käsesorten - aus eigener Produktion hinzu.

Derzeit ist der Albhof nach Angaben von Sonja Freihalter auch in Lieferverhandlungen mit zwei Edeka-Supermärkten im nördlichen Landkreis Günzburg. „Sie erhalten von uns gerade Probepakete zum Testen.“ (kai)